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Wir sind dann mal weg …

Nach 28 Spielen, 351 geschossenen bzw. kassierten Toren, 1268 teils spektakulären Saves und 176 Strafminuten ist die U19-Weltmeisterschaft der Damen heute zu Ende gegangen.
Im Spiel um Platz drei setzte sich Tschechien mit 5:2 souverän gegen die Schweiz durch. Die Eidgenossinnen hatten enorme Probleme mit der Schnelligkeit und Wendigkeit der überwiegend recht kleinen tschechischen Spielerinnen, ähnlich wie gestern Schweden im ersten Drittel des Halbfinales. Trotz des niedrigen Ergebnisses war die Partie von einer Vielzahl von Torszenen geprägt – bezeichnenderweise wurden nach Abpfiff dann auch die Goalies beider Teams zum jeweiligen Best Player ernannt. Danach gab es von den feiernden Tschechinnen noch eine Extraeinlage: Das komplette Team überzeugte die Zuschauer mit der Choreo zum Gangnam-Style.
Im Finale setzte sich einmal mehr Schweden gegen Finnland durch und gewann 6:4, schoss dabei allerdings ein Sammelsurium an kuriosen Toren in folgender Reihenfolge: 1) Bauerntrick über die Rückhand, 2) Shorthander, 3) Bauerntrick über die Vorhand, 4) Ein verunglückter Schuss, welcher zwischen Freund und Feind hindurchrollte und gerade so zwischen dem Pfosten und dem Fuß der Torhüterin hindurch passte, 5) Ein Konter, bei dem der finnische Goalie getunnelt wurde und 6) Ein Empty-Net-Treffer. Die Partie gestaltete sich dennoch enorm ausgeglichen und blieb dadurch bis zum Ende spannend. Schweden hatte lediglich das nötige Quäntchen Glück, eine gehörige Portion Abgezocktheit (insbesondere in Person von Rasmussen) sowie den einen kleinen Tick besseren Goalie auf seiner Seite.
Bei Team Germany ist die Stimmung nach der bitteren und tränenreichen Niederlage gegen Kanada mittlerweile wieder besser und es wurden recht klare Worte zur Niederlage gefunden. Theresa Beppler-Alt sagte beispielsweise: „Ich kann es mir nur so erklären, dass wir uns nach dem 3:1 zu sicher gefühlt haben. Dann haben wir die Chancen nicht rein gemacht und viele Fehlpässe gespielt.“ Es mag sich nach redaktionellem Zweckoptimismus anhören, aber für den deutschen Nachwuchs war die Niederlage heute möglicherweise lehrreicher als jedes wie auch immer gewonnene Spiel – zukünftig werden Gegner vermutlich nicht mehr im Voraus unter- bzw. das eigene Leistungsvermögen überschätzt.
Die WM-Redaktion verabschiedet sich an dieser Stelle von allen Leserinnen und Lesern und hofft, dass euch das Turnier ähnlich viel Spaß gemacht (wenn auch Nerven gekostet) hat wie uns. Die Ladies sind ein tolles Team und wir hoffen, einiges von unserer Begeisterung für die Truppe nach Deutschland gebracht zu haben. Bedanken müssen wir uns außerdem beim Trainerteam um Simon Brechbühler, welches uns viel Nähe zum deutschen Team gestattet hat.
Mädels, danke, dass wir euch begleiten durften und ihr unsere (manchmal) nervige Fragerei so souverän beantwortet habt. Die deutsche Floorball-Gemeinde ist stolz auf euch.
Bis Bald!
Michael Düsing, Tilmann Gebhardt, Daniel Kunze und Elke Scholz
Foto: IFF

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