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Lady Piranhhas aus Hamburg schnappen sich den DM-Titel

Aus allen Ecken der Nation strömten die besten Lochballjägerinnen Deutschlands am vergangenen Wochenende nach Kaufering, um ihren Champion auf dem Kleinfeld zu küren. Spannung herrschte bei der Titeljagd bis zum Schluss, die Stena Line Damen Kleinfeld Deutsche Meisterschaft hielt einige Wendungen und Überraschungen parat.
Das Ende des Klassements zieren schlussendlich die Gastgeberinnen vom VfL Kaufering. Die Red Hocks hatten sich als Gastgeber für die Endrunde qualifiziert und traten somit erstmals auf nationalem Parkett an. Wobei „Parkett“ für den nicht immer ganz einfach zu spielenden Boden in der oberbayerischen Marktgemeinde eigentlich die falsche Bezeichnung ist. Wie dem auch sei, die Mädels um Kapitänin Sophia Dahme spielten teils gut mit, wobei noch vorhandene Defizite im athletischen, technischen und insbesondere taktischen Bereich nicht zu übersehen waren. Gegen den TV Eiche Horn wäre im Kampf um Platz Drei der Vorrundengruppe vielleicht mehr drin gewesen, doch Samstagabend war die Luft spürbar raus. Gegen Bonn lieferte man sich dann am Sonntag einen echten Krimi, hatte das Glück aber nicht auf seiner Seite.
Die Dragons ihrerseits waren eigentlich mit viel Schwung ins Turnier gestartet, scheiterten aber gerade in der Vorrunde gegen körperlich stärkere Gegnerinnen teils am noch mangelnden Durchsetzungsvermögen. Dazu kam auch noch Verletzungspech, das die Lage nicht unbedingt einfacher machte. Dennoch hinterließen die Rheinländerinnen einen spielstarken Eindruck und das Versprechen, künftig weiter für Überraschungen sorgen zu können.

Auf Rang Sechs landeten etwas überraschend die Titelverteidigerinnen vom SSV Heidenau. Gerade offensiv wollte der Knoten nicht recht platzen, nur gegen Bonn lief die Torproduktion in der Vorrunde reibungslos. Vielleicht fehlte technisch die letzte Nuance Raffinesse bei den sympathischen Sächsinnen, die im Spiel um den siebten Rang gegen den TV Eiche Horn nicht mehr in der Lage waren, den Bock noch rechtzeitig umzustoßen.
Die Bremer Ladies hatten in ihren Aufeinandertreffen mit Grimma und Dümpten ebenfalls Ladehemmung, stellten dann aber mit einem souveränen 5:0 gegen Gastgeber Kaufering ihre Klasse unter Beweis und hielten bei ihrem letzten Auftritt Heidenau die ganze Spielzeit auf Distanz. An den Medaillenrängen schnuppern durfte mit dem FC Stern München der zweite bayerische Vertreter. Ein Start-Ziel-Sieg zum Auftakt gegen Heidenau und eine Overtime-Niederlage gegen Bonn reichten zum Einzug ins Halbfinale. Dort wartete mit Grimma ein noch etwas zu großer Brocken, den man aber gerade im ersten Durchgang mit gewitzten Aktionen in der Offensive und einer, das ganze Wochenende über, seriösen Verteidigung durchaus ärgern konnte. Im Bronzespiel gegen Dümpten musste man dann zwar klein beigeben, mit etwas mehr Struktur im Vorwärtsgang ist mit den Isarstädterinnen aber künftig auf jeden Fall zu rechnen.
Apropos Dümpten: Man muss keine Glaskugel im Wohnzimmer stehen haben, um den Mädels eine erfolgreiche Zukunft zu prophezeien! Was die jungen Füchsinnen da an technischer Finesse und auch taktisch schon reifer Veranlagung aufs Spielfeld zauberten, verdient höchsten Respekt. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 15 Jahren stellte die Truppe aus NRW einen echten Farbtupfer dar und spielte sich in die Herzen der Fans. Gegen Hamburg lag man im Halbfinale schon 6:1 in Front, schlussendlich fehlte dann aber noch das letzte Quäntchen zum ganz großen Wurf. Dennoch erneut: Hut ab!
Im Endspiel kam es dann zum absoluten Showdown: Hamburg, das in den vergangenen Jahren schon am Kleinfeldtitel geschnuppert hatte, stieg mit dem frisch gebackenen Großfeldmeister Grimma in den Ring. Prognosen waren kaum abzugeben, beide Teams hatten ihre bisherigen Aufgaben souverän gelöst, das Aufeinandertreffen beim finalen Kampf um Gold war nur folgerichtig. Vor etwa 200 lautstarken Zuschauern besorgte Kapitänin Ina Jensen das frühe 0:1, wenige Zeigerumdrehungen später legte die bärenstark aufgelegte Judith Burmester in Überzahl nach. Dass auch Grimma das Spiel mit numerischem Vorteil beherrscht, unterstrichen sie in der elften Spielminute. Das Duo Infernale Kolbe und Mietz schlug zu, 1:2. Burmester stellte den alten Vorsprung wieder her, dieser währte aber nur kurz. In weniger als zwei Minuten ballerte sich Grimma mit 4:3 in Führung, der zwischenzeitliche Ausgleich von, na klar, Judith Burmester wurde postwendend durch Anne-Marie Mietz beantwortet, mit 5:4 ging es zum Pausentee. Die Piranhhas kamen frischer zurück, nur sieben Sekunden benötigte Burmester zu ihrem vierten Treffer. Das Spiel wogte nun hin und her, bis mit Laura Bohlemann die nächste Torjägerin ihre Visitenkarte abgab. „In jedem Wechsel eine Bude“, schien das Motto, ruck-zuck stand dank Bohlemann-Hattrick ein 5:8 auf der Anzeigentafel. Rückblickend womöglich die Vorentscheidung. Anne-Marie Mietz brachte ihre Farben mit zwei Toren zum 7:8 zwar nochmal auf Schlagdistanz, Treffer durch Jensen und Adelmann machten aber den Deckel drauf auf eine Partie, die eines Finalspiels würdig war und nachhaltig Eindruck beim Kauferinger Publikum hinterlassen konnte.
Topscorerin wurde Anne-Marie Mietz (13-9) vom MFBC Grimma. Im daneben gekürten All-Star-Team landeten neben Torfrau Alexandra Nickel (MFBC Grimma) sowie Ina Jensen (ETV Hamburg) mit Maria Sick (FC Stern München) und Anna-Lena Best (Dümptener Füchse) zwei sehr junge Spielerinnen.
Die Abschlusstabelle:

  1. ETV Piranhhas Hamburg
  2. MFBC Grimma
  3. Dümptener Füchse
  4. FC Stern München
  5. TV Eiche Horn Bremen
  6. SSV Heidenau
  7. SSF Dragons Bonn
  8. VfL Red Hocks Kaufering

Alle Ergebnisse sind im SaisonManager zu finden.
Videos zu einzelnen Spielen erscheinen im YouTube-Kanal der Red Hocks Kaufering.

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Posted by VfL „Red Hocks“ Kaufering on Sonntag, 7. Juni 2015

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