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IFF: Floorball braucht strukturelle Veränderung

Zürich. Die Internationale Floorball Federation (IFF) lud ein, 26 Mitgliedsstaaten von 5 Kontinenten folgten der Einladung zur jährlichen „General Assembly“, der jährlichen Mitgliederversammlung des internationalen Floorball-Verbandes. Auch Deutschland war vor Ort und stimmte für wegweisende Änderungen im globalen Floorballsport.

Filip Sumann (Bild) seines Zeichens ehemaliger Präsident des tschechischen Floorballverbandes und Vizepräsident der IFF berichtete von zwei harten Jahren, die insbesondere durch Corona erschwert wurden. Großveranstaltungen, wie die U19 WM, die spontan umgeplant werden musste und zwei A-WMs (Herren und Damen), quasi zeitgleich Ende 2021, haben finanzielle und personelle Herausforderungen mit sich gezogen. Ein besonderer Dank ging an alle Teams, die sich in diesem Jahr auf den Weg nach Birmingham, USA, für die Teilnahme an den World Games gemacht haben, das „Vorprogramm“ der Olympischen Spiele.

Future of Floorball: Mehr als nur 3 x 15 Minuten

Eben jene World Games und Gespräche mit Verantwortlichen bei der Veranstaltung vor 4 Jahren haben damals Änderungsbedarfe offengelegt: Floorball muss und soll für alle Beteiligten an Attraktivität gewinnen. Das Konzept „Future of Floorball“ wurde angestoßen und war auch bei der diesjährigen Versammlung erneut ein großes Thema.

Spürbar waren mögliche strukturelle Änderungen u.a. beim diesjährigen 6-Nations-Cup (6NFC) in Weißenfels: das verkürzte Format aus 3 x 15 Minuten. Dies bleibt auch weiterhin erstmal nur ein Testballon und es werden weiter Daten und Erfahrungswerte gesammelt, da durch die Corona-Pandemie eigentlich geplante Spiele nicht stattfinden konnten. Das „Future of Floorball“-Konzept soll aber vor allem eine Strategie bis 2032 vorgeben, um Floorball attraktiver zu machen, insb. durch neue Spielformate, ein niedrigeres Einstiegslevel in den Sport und damit einhergehende größere Sichtbarkeit für den Sport. Der Champions Cup und ein weltweiter Kleinfeld-Wettbewerb sind dabei nur erste Ideen.

Auch die strategische Entscheidung der IFF den Live-Stream der Weltmeisterschaft nicht mehr kostenfrei auf Youtube anzubieten wurde erläutert. Allein für die Streaming-Kosten für die Herren-WM in Zürich mussten 200.000 CHF investiert werden. Die Refinanzierung allein aus rückgängigen Fernseheinnahmen wäre nicht möglich. Unter anderem aus Neuseeland wurde die Kurzfristigkeit der Maßnahme angesprochen, die als hinderlich für die Entwicklung wahrgenommen wird. Die IFF betonte hier, dass das Signal vor allem in Floorball-Entwicklungsländern auch weiterhin kostenfrei angeboten wird und sich in jedem Land um einen lokalen Streaming-Partner (in Deutschland: Spontent) bemüht wird.

Anträge aus Norwegen, Belgien & Europameisterschaft

Mit der Überarbeitung der Rahmenbedingungen und Anforderungen für U19 Weltmeisterschafts-Qualifikationsturniere soll sich die IFF nochmal beschäftigen, da die Kosten für ein solches Event aus Sicht einiger Verbände zu hoch sind. Insbesondere Belgien merkte an, dass mehr als 60% ihres Jahresbudgets in ein Qualifikationsturnier geflossen sind. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Ein Antrag aus Norwegen, der die Freistellung von Spieler*innen für die Nationalteams vor allem zwischen den TOP4-Nationen und allen anderen Ländern fairer gestalten soll, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Insbesondere in Verbindung mit dem zusätzlichen Freistellungstermin, der den teilnehmenden Ländern im Kontext der Euro Floorball Tour (als Vorbereitungsturnier für die WM) gewährt wird, sollte sichergestellt werden, dass alle Länder den gleichen Bedingungen unterliegen. Die IFF befasst sich nun mit der Überarbeitung.

Der sicherlich größte Antragspunkt, der auch die meisten Wortmeldungen der Veranstaltung verzeichnete, war der Antrag auf die Einführung eines Europameisterschafts-Format (EFC), das ebenfalls zweijährig stattfinden und erstmals 2025 (Herren) und 2026 (Damen) durchgeführt werden soll. Die ersten 7 Teams der letzten WM sowie die gastgebende Nation sind direkt qualifiziert. Gespielt werden soll die WM in einem 7-Tage-Format (4 Tage Gruppenphase, 3 Tage K.O.-Phase) Anfang September in den Jahren, in denen keine WM stattfindet. Genau Details müssen noch ausgearbeitet werden, der Antrag wurde jedoch einstimmig verabschiedet.

Mit der Vorstellung der Haushaltsplanung für 2023 und 2024, deren Zahlen sich wieder auf dem Vorkrisen-Niveau befinden sowie den Wahlen zur IFF-Ethikkommission und eines Kassenprüfers endete die jährliche Mitgliederversammlung.

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